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Erkrankungen der Haut

Narben können durch Ausdehnung, Beschaffenheit (z.B. Verhärtung, Verdünnung, Narbenzüge), Sitz oder Einwirkung auf ihre Umgebung zu Störungen führen. Bei flächenhaften Narben nach Verbrennungen, Verätzungen und ähnlichem muss außerdem die Beeinträchtigung der Haut als Schutz-, Ausscheidungs- und Sinnesorgan berücksichtigt werden. Diese Störungen bestimmen die Höhe des GdS.

Bei Entstellungen ist zu berücksichtigen, dass sich Schwierigkeiten im Erwerbsleben, Unannehmlichkeiten im Verkehr mit fremden Menschen sowie seelische Konflikte ergeben können.


Anmerkung

17.1
 Ekzeme
 

Kontaktekzeme (z.B. irritatives und allergisches Kontaktekzem)

 
 geringe Ausdehnung und bis zu zweimal im Jahr für wenige Wochen auftretend0 - 10
 Sonst20 - 30

Atopisches Ekzem ("Neurodermitis constitutionalis", "endogenes Ekzem")
 
 geringe, auf die Prädilektionsstellen begrenzte Ausdehnung 
 bis zu zweimal im Jahr für wenige Wochen auftretend0 - 10
 bei länger dauerndem Bestehen20 - 30
 mit generalisierten Hauterscheinungen, insbesondere Gesichtsbefall40
 mit klinischer oder vergleichbar intensiver ambulanter Behandlungsnotwendigkeit mehrmals im Jahr50

Seborrhoisches Ekzem
 
 geringe Ausdehnung und Beschränkung auf die Prädilektionsstellen0 - 10
 sonst, je nach Ausdehnung20 - 30

17.2 Chronisch rezidivierende Urtikaria/Quincke-Ödem
 
 selten, bis zu zweimal im Jahr auftretend, leicht vermeidbare Noxen oder Allergene0 - 10
 häufiger auftretende Schübe, schwer vermeidbare Noxen oder Allergene20 - 30
 schwerer chronischer, über Jahre sich hinziehender Verlauf40 - 50
 Eine systemische Beteiligung z.B. des Gastrointestinaltraktes oder des Kreislaufs ist ggf. zusätzlich zu berücksichtigen. 

17.3 Akne
 


Acne vulgaris

 
 leichteren bis mittleren Grades0 - 10
 schweren Grades mit vereinzelter Abszess- und Knotenbildung und entsprechender erheblicher kosmetischer Beeinträchtigung20 - 30

Acne conglobata
 
 auf die Prädilektionsstellen begrenzte häufige Abszess- und Fistelbildungen und lokalisationsbedingte Beeinträchtigungen30 - 40
 schwerste Formen mit rezidivierenden eitrigen, vernarbenden axilläringuinalen und nuchalen Abszessen (Acne triade) und ggf. zusätzlicher Beteiligung des Pilonidalsinus (Acne tetrade) wenigstens50

17.4
 Rosazea, Rhinophym
 
 geringe Ausdehnung, kosmetisch nur wenig störend0 - 10
 stärkere Ausdehnung, entstellende Wirkung20 - 30

17.5
 Hautveränderungen bei Autoimmunkrankheiten des Bindegewebes (z.B. Lupus erythematodes, Dermatomyositis, progressive systemische Sklerodermie)
 
 auf die Prädilektionsstellen begrenzt bei geringer Ausdehnung0 - 10
 auf die Prädilektionsstellen begrenzt bei stärkerer Ausdehnung, je nach kosmetischer und funktioneller Auswirkung20 - 40
 über die Prädilektionsstellen hinausgehend, ggf. Ulzerationen50 - 70

Anmerkung
 

17.6
 Blasenbildende Hautkrankheiten (z.B. Pemphigus, Pemphigoide)
 
 bei begrenztem Haut- und Schleimhautbefall mit geringer Ausdehnung10
 sonst20 - 40
 bei generalisiertem Haut- und Schleimhautbefall50 - 80
 in fortgeschrittenen Stadien bei schwerer Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes auch höher. 

17.7
 Psoriasis vulgaris
 
 auf die Prädilektionsstellen beschränkt0 - 10
 ausgedehnter, aber erscheinungsfreie Intervalle von Monaten20
 bei andauerndem ausgedehnten Befall oder stark beeinträchtigendem lokalen Befall (z.B. an den Händen)30 - 50
 Eine außergewöhnliche Nagelbeteiligung (mit Zerstörung der Nagelplatten) sowie eine Gelenk- und Wirbelsäulenbeteiligung sind zusätzlich zu bewerten. 

Anmerkung
 

17.8 Erythrodermien
 
 bei leichter Intensität des Krankheitsprozesses40
 bei mittlerer Intensität des Krankheitsprozesses ohne wesentliche Auswirkung auf den Allgemeinzustand50 - 60
 mit stärkerer Auswirkung auf den Allgemeinzustand70 - 80

17.9 Ichthyosis
 
 leichte Form,
auf Stamm und Extremitäten weitgehend begrenzt, mit trockener Haut, mäßiger Schuppung, ohne wesentliche Verfärbung
0 - 10
 mittlere Form
auf Stamm und Extremitäten weitgehend begrenzt, mit stärkerer Schuppung und Verfärbung
20 - 40
 schwere Form
mit ausgeprägter Schuppung und Verfärbung der gesamten Haut, insbesondere der Gelenkbeugen und des Gesichts
50 - 80

Anmerkung
 

17.10 Mykosen
 
 bei begrenztem Hautbefall0 - 10
 bei Befall aller Finger- und Fußnägel, ggf. mit Zerstörung von Nagelplatten20

Anmerkung
 

Chronisch rezidivierendes Erysipel
 
 ohne bleibendes Lymphödem10
 sonst, je nach Ausprägung des Lymphödems20 - 40

Anmerkung
 

Chronisch rezidivierender Herpes simplex
 
 geringe Ausdehnung, bis zu dreimal im Jahr rezidivierend0 - 10
 größere Ausdehnung, häufiger rezidivierend20

17.11 Totaler Haarausfall
 
 (mit Fehlen von Augenbrauen und Wimpern)30

17.12 Naevus
 
Der GdS richtet sich allein nach dem Ausmaß einer eventuellen Entstellung. 

Pigmentstörungen (z.B. Vitiligo)
 
 an Händen und/oder Gesicht
gering
10
 ausgedehnter20
 sonst0

17.13 Nach Entfernung eines malignen Tumors der Haut ist in den ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten (Ausnahmen: z.B. Basalzellkarzinome, Bowen-Krankheit, Melanoma in situ); GdS während dieser Zeit
nach Entfernung eines Melanoms im Stadium I ([pT1 bis T2] pN0 M0) oder eines anderen Hauttumors in den Stadien (pT1 bis T2) pN0 bis N2 M050
in anderen Stadien80
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